Weinstube Traube Remshalden

Auf unserer Weinkarte finden Sie die besonderen Tropfen aus aller Welt. So können Sie jedes unserer Gerichte geschmacklich mit dem passenden Wein abrunden.
Unsere Weinkarte...

Zaheer kommt aus Pakistan nach Grunbach. Dort arbeitet er in unserem Restaurant und die Leute schätzen ihn sehr. Nun droht die Abschiebung.

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DEHOGA-Frauen sammeln 5000 Euro für Kinder in Nepal
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Auszug aus dem Titel "Eine kulinarische Entdeckungsreise Genussregion Stuttgart" über die Weinstube Traube in Grunbach. Artikel als PDF zum Download...

(Neuer Umschau Buchverlag, Juli 2013, 978-3-86528-559-1, 34,95 EUR)

Unsere aktuellen Veranstaltungen im Restaurant & Weinstube „Traube”. Hier kommen Sie zu unserem

Die „Traube” wird empfohlen vom
GUSTO, vom Guide Michelin und von LIFT Stuttgart:



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Über 100 Jahre Familientradition

2009 war für unsere Familie ein ganz besonderes Jahr. Denn wir durften den 100-jährigen Familienbesitz feiern, was uns stolz macht und gleichermaßen verpflichtet, die Tradition die nächsten Jahre/Jahrzehnte weiterhin erfolgreich fortzuführen.

Wir sind die vierte Generation im Familienbetrieb, welcher am 18. April 1909 von den Urgroßeltern Gotthold und Anna Hottmann Geb. Bollinger aus Backnang, Tochter eines Schuhmachermeisters, aus der Zwangsversteigerung von Gottlob Zeyher käuflich erworben wurde.

Anfänglich wurde die ehemalige Bäckerei, die 1798/99 von Joseph Friz erbaut wurde und damals 1000 Gulden wert war, von den Urgroßeltern nur am Wochenende gastronomisch genutzt; es gab rote Würste, Käsebrot und andere Vesper. Der Haupterwerb von Anna und Gotthold waren in erster Linie die Weinberge und etwas Landwirtschaft.

Nach und nach erwarb mein Urgroßvater ein Baumstückle nach dem anderen, und erweiterte so ständig sein Vermögen. Die beiden hatten zwei Söhne, Gotthold und Eugen. Eugen war der jüngere von beiden und ein begabter Musiker, er konnte sehr gut Klavier und Ziehgomläderle spielen.

Zur damaligen Zeit spielte Onkel Eugen oft im Trauben Klavier und viele machten im Trauben auch ihre Tanzstunde, was man bei unseren beengten Platzverhältnissen kaum glauben kann. Onkel Eugen heiratete am 21.12.1939 unsere Tante Elfriede, geborene Hummel aus Metzingen, welche auch heute unter uns ist – 92 Jahre jung. Aus dieser Ehe stammt eine Tocher Anneliese. Leider ist Onkel Eugen im Alter von 26 Jahren am 7. im Juli 1941 in Lützki bei Warschau einem Angriff auf seinen Batteriebehelsstand zum Opfer gefallen. Er hatte den langen Transport zum Lazarett nicht überlebt und war an seinen schweren Verletzungen verblutet. Somit war klar, dass Gotthold Hottmann, mein Großvater den Trauben übernehmen würde. Gotthold Hottmann heiratete Elsa Sigle aus Gundelsbach, welche leider schon sehr früh im Alter von 50 Jahren verstarb. Elsa und Gotthold hatten 3 Kinder, Rolf, Waltraud und Gottholde.

Gottholdle verstarb im Alter von 6 Jahren an einer Hirnhautentzündung und mein Urgroßvater wurde ebenfalls im selben Jahr 1945 nach einem Sturz vom Baum beerdigt. Seine Frau war im November 1943 an Krebs verstorben.

Meine Großeltern machten den Trauben mehr und mehr zur Wirtschaft, das Essensangebot wurde erweitert. Jedoch war das Haupteinkommen noch immer der Weinbau. Elsa Sigle war eine sehr fleißige Frau und hatte es mit Ihrem Luftikus Gotthold nicht immer leicht. Er war ein sehr talentierter Autofahrer und hätte schon früh die Möglichkeit gehabt zusammen mit Herrmann Lang für Daimler Rennen zu fahren, was ihm aber sein Vater nicht erlaubte. Die Liebe zum Auto blieb, und er besaß eines der ersten Autos in Grunbach, einen Mercedes V 170, welcher auch als Taxi genutzt wurde.

Fast hätte Gotthold durch seinen großzügigen Lebensstil es geschafft, das komplette Vermögen, welches nicht wenig war, wie z.B. beste Bauplätze in der Panoramastraße, damals natürlich noch Baumstückle, das KSK Areal u.v.m., kaputt zu machen, wenn nicht als letzte Rettung die Kinder Waltraud und Rolf nach Hause gekommen wären, um mit Ihrem ersparten Geld die offenen Mahnungen zu zahlen, um noch zu retten, was zu retten war. Waltraud opferte einen großen Teil ihrer Jugend, um den Trauben „aufrecht” zu erhalten, so lange Bruder Rolf noch seine Lehre zum Metzger absolvierte bzw. noch in der Fremde war.

Mein Vater machte seine Ausbildung in der Metzgerei Schäfer, welche noch immer zu unseren geschätzten Geschäftspartnern zählt. Meine Tante Waltraud heiratete dann ihren zukünftigen Mann Siegfried, der auch zufällig Hottmann hieß und aus Pommern kam. Sie lernte ihn im Trauben kennen, wo er als Kraftfahrer immer mit Kollegen einen Stammtisch hatte. Auch Onkel Sieger war im Trauben mit eingespannt wenn´s klemmte. Leider ist Onkel Sieger ganz plötzlich und unerwartet im April 2007 verstorben. Aus dieser Ehe stammen zwei Kinder, mein Bäsle Anja und mein Vetter Thilo. Beide haben gastronomisch nichts am Hut. Anja ist gelernte Versicherungskauffrau und Mutter zweier Kinder Jamie und Florian und Thilo ist Maschinenbauingenieur. Vielleicht wollten sie auch nichts von der Gastronomie wissen, weil ihre Mutter - Tante Waltraud - immer so viel im Trauben war und dort über 30 Jahre als Bedienung arbeitete und Thilo ihr nicht selten das weiße Bedienungsschürzle ausziehen wollte, damit sie zu Hause bleibe.

1965 heiratete dann mein Vater Rolf Hottmann seine Frau Erna, geborene Lang, aus Rommelshausen, welche aus einer vertriebenen Großfamilie - meine Mutter hat noch 5 Geschwister - aus dem Böhmerwald stammte. Sie absolvierte nach dem klar war, daß mein Vater nicht seinen Wunschberuf Förster ausüben durfte, und somit den Trauben weiterführen würde, ein Volontariat in der Sonne Post in Murrhardt, was zur damaligen Zeit zu den führenden Häusern der Region zählte.

Nach 7 monatigen Umbauarbeiten eröffneten meine Eltern dann im August 1965 den grundrenovierten Trauben. Das Speiseangebot war solide schwäbisch, aber immer von bester Qualität. Durch eigene Schlachtung war immer eine sehr gute Fleischqualität sowie ein reichhaltiges Angebot an hausmacher Wurst vorhanden. Meine Eltern hatten oft 30-40 Mittagessen, als es von den Firmen und Banken noch sogenannte „Abo-Merkle“ gab, die im Schnitt einen Wert 1 bis 3 DM hatten, und somit den Anreiz für die Arbeiter und Angestellten gab, sich ein warmes Mittagessen im Trauben zu leisten, welches zwischen 6 und 8 DM lag.

Bekannt und sehr beliebt war auch die all 14-tägige Metzelsuppe, wobei die Schweine direkt aus der Nachbarschaft kamen, zu der Zeit hatten noch viele Ihre „Sau im Stall” und wir konnten dort immer unsere Essensabfälle hinbringen, was vornehmlich meine Aufgabe war, den sog. „Saukübel” zum Hottmans Reinhold, Franken Erwin, Seibolden Rudolf, Illge Ewald und wie sie alle hießen zu bringen. Genauso war es auch nicht selten der Fall, dass ich vor der Schule noch beim Metzgen helfen musste, das bedeutete um 6 Uhr Feuer machen, wir nennen das „schieren“, wenn sie aus dem Stall kam, musste man „trebbeln” damit sie nicht in die falsche Richtung lief und wenn sie dann verschossen war, musste man Blut rühren, damit es nicht geronnen ist. Wenn ich dann von der Schule heimkam, war dann Dosen zumachen dran, was bestes Training für die Oberarmmuskulatur war, bis man dann endlich mal eine elektrische Dosenmaschine anschaffte. Auch sämtliche Nachbarjungen sowie auch Thilo waren da zum Helfen eingespannt.

Ansonsten war meine Hauptaufgabe ab dem Moment als ich lesen konnte der Büffetdienst. Und da ich leider keine Geschwister habe, auch immer und ständig, was manchmal Tränen gab, da ich oft nicht an Wochenendterminen mit meinen Freunden teilnehmen konnte oder durfte. Meine Mutter hätte es schon erlaubt, aber Vater war sehr streng.

Als ich dann 1988 die Lehre in der Traube Tonbach machte, lernte ich meinen Mann, Gunter Arbogast kennen. Auch er kommt aus einem traditionsreichen Familienbetrieb, welcher ebenfalls bald 100-jährigen Familienbesitz feiern kann und über ca. 200 Sitzplätze und knapp 100 Zimmer verfügt. Da seine Eltern leider beide schon verstorben sind, führen seine beiden älteren Geschwister, Ute und Gerhard, das Hotel und Restaurant seit über 20 Jahren sehr erfolgreich. Gunter, er war ein sogenannter „Nachzügler” machte seine Lehre zum Koch in Achern im Hotel Götz Sonne Eintracht und kam anschließend als Gardemanger (kalte Küche) nach Tonbach in die Traube. Im Laufe des 4-jährigen Aufenthalts in Tonbach hat er sich zum stellvertretenden Küchenchef des à la carte Restaurants „Köhlerstube” hochgearbeitet.

Er wäre gerne noch in Tonbach geblieben (wahrscheinlich würde er heute noch dort sein), doch ich wollte nach der Lehre hinaus in die weite Welt, was jedoch als Paar gar nicht mehr so einfach war. Wir hatten Bewerbungen von San Francisco bis Paarl in Südafrika und Neuseeland laufen, aber immer nur einer bekam die Zusage und der andere nicht, also blieben wir im näheren Ausland und landeten in der Schweiz. Die erste Saison im Engadin, im Schlosshotel Tarasp und anschließend im Wallis bei Irma Dütsch (damals die beste Köchin der Schweiz im Waldhotel Fletschhorn in Saas Fee.)

Es war eine schöne, aber auch sehr harte und lehrreiche Zeit. Anschließend hatte es uns dann nach Wertheim-Bettingen in die damals legendären Schweizer Stuben von Adalbert Schmitt verschlagen. Abo, wie wir bzw. ich meinen Mann seit Kennenlernen nenne, war als Chef Saucier (für Fleisch und Sauce, sehr begehrter Posten) im Gourmet Restaurant unter Fritz Schilling tätig und ich arbeitete erst in den drei verschiedenen Restaurants (deutsch, italienisch und französisch), um dann anschießen für 1 Jahr an den Empfang und Zimmerreservierung zu wechseln, was mir sehr viel Spaß machte. Da es interne Probleme mit dem damaligen Küchenchef des Schweizer Restaurants Schober gab, und wir über Schweiz Erfahrung verfügten, wurde meinem Mann der Küchenchefposten angeboten, was ein großer finanzieller Unterschied zum sonstigen Kochgehalt war.

Nach 1 1/2 Jahren war dann die vereinbarte Zeit zu Ende und der Ruf meines Vaters war klar, dass er nicht mehr lange mit der Übergabe warten möchte, weil es nach 30 Jahren Selbständigkeit mit der Motivation auch nachgelassen hat. All zu gerne hätte ich noch die zweijährige Hotelfachschule in Heidelberg zum Hotelbetriebswirt absolviert, aber es sollte nicht sein. Abo machte seinen Küchenmeister im 3 Monate Crashkurs in Heidelberg und dann waren wir ab Mitte 1994 in der heimatlichen Traube gelandet.

Es ergab sich zeitgleich auch der Kauf des Nachbarhauses Schillerstr. 31, welches direkt an unser Grundstück grenzte und somit für die Zukunft sehr wertvoll sein könnte. Also kauften wir es. Mein Vater übergab noch im folgenden Jahr, das war 1995, den Betrieb an mich und meinen Mann. Nun waren wir gerade 24 und 26 Jahr alt und schon Selbständig. Ob das wohl gut gehen würde. Hut ab auch vor meinem Vater bzw. Eltern, die soviel Vertrauen in uns hatte und uns es zutraute, die Wirtschaft erfolgreich weiterzuführen.

Behutsam haben wir die Speisekarte und Weinkarte nach und nach erweitert, Bewährtes gelassen und Saisonales dazu genommen. Wir konnten einen Großteil der Stammgäste übernehmen und natürlich auch neue dazu gewinnen. Mit einem Vorurteil haben wir bis heute immer wieder zu kämpfen, wenn es heißt, „seit die Jonge druf sen, kannsch en Traube nemme nei”, obwohl es nach wie vor Vesper gab und gibt und Vater Rolf seine Bauernwürste und Peitschenstecken macht, und das zu sicherlich sehr moderaten Preisen. Aber solche „Schwätzer” wird´s in jedem Flegge gebe.

Auf jeden Fall können wir nicht klagen, die Geschäfte laufen gut, aber man muß ständig das Rad neu erfinden, um für den Gast interessant zu bleiben, was uns durch unseren mittlerweile nicht mehr wegzudenkenden Jahreskalender ganz gut gelungen ist. Er ist mit interessanten Aktionswochen wie Hummer, Salat, Nudel, Trüffel, etc. gefüllt und speziellen Menüabenden oder Weinproben mit namhaften Weingütern.

Mittlerweile sind wir auch Ausbildungsbetrieb für Köche und Fachgehilfen im Gastgewerbe, und unsere Anzahl an Stammpersonal beträgt momentan mit unserer eigenen Familie 7 Mann. Das ist doch relativ hoch, aber der Kochstil meines Mannes ist doch sehr aufwendig und ehrgeizig, dass der Anspruch von Ihm an seine Mitarbeiter und Produkte groß ist und was selbst gemacht werden kann, wird selbst gemacht. Das fängt natürlich bei den handgeschabten - niemals würde er gedrückte erlauben - Spätzle an und geht weiter mit Mayonnaise, Kroketten, Remoulade, Nudeln, Maultaschen u.v.m.

Um nochmals auf die Familie zurückzukommen, unsere Tochter Natalie kam 1997 zur Welt und 2000 folgte Sohn Tim. Beide bereiten uns und den Großeltern viel Freude. Sie sind meistens sehr anständig - nur nicht wenn sie zu Hause sind - und auch schulisch können wir sehr zufrieden sein. Beide müssen schon mal mit anpacken, wenn´s klemmt, aber ich denke es schadet nicht, meinem Mann und mir hat es das auch nicht. Tim liebäugelt schon manchmal mit dem Beruf des Kochs. Wenn er bei seinen Mitschülern ins Poesiealbum schreibt, dann steht da bei Berufswunsch oft Koch und bei Vorbild Papa. Mal sehn was sich daraus entwickelt, auf jeden Fall werden wir sie niemals dazu zwingen, denn egal in was für einem Beruf man arbeitet, man muß es gern und mit voller Überzeugung tun, vor allem in der Gastronomie, weil sie durch die total gegensätzlichen Arbeitszeiten zu all den Freunden und Bekannten sehr viel Verzicht am allgemein gesellschaftlichen Geschehen fordert. Auf jeden Fall kann er bei seinem Papa sehen, wie man Koch mit Leib und Seele ist, und das auch noch nach über 25 Jahren im Beruf.

Unserer Familientradition dankbar verpflichtet, führen wir voll Leidenschaft mit unseren Mitarbeitern fort, was vor vier Generation begann...

Es gibt kein schöneres Vergnügen, als einen Menschen dadurch zu überraschen, dass man ihm mehr gibt, als er erwartet hat. (Charles Baudelaire)

"Blühendes Remstal"
in der Traube

Artikel in der Waiblinger Zeitung über die Remstal-Route Aktion "Blühendes Remstal" in der Traube Grunbach...

SWR1 Pfännle in der Traube

Vom Pilz zum Kartoffel-Steinpilz-Täschle...

Genußzeiten

Mi - Sa 12.00-14.00 Uhr, abends ab 18.00 Uhr
So, 11.30 - 14.00 Uhr, abends ab 17.00 Uhr.
Mo und Di Ruhetag
Restaurant & Weinstube Traube · Schillerstraße 27 · 73630 Remshalden-Grunbach · (0 71 51) 7 99 01 · info@traube-grunbach.de