
Sympathische schwäbische Wirtschaft mit internationalem Flair
aus der Waiblinger Kreiszeitung
Das Gasthaus "Zur Traube" in Grunbach feiert den 200sten Geburtstag. Werfen wir einen Blick auf eine Weinstube, in der sich Tradition und gastronomisches Geschick die Hand reichen.
Tradition belastet oft. Die Jungen haben es schwer, es den Alten recht zu machen. Nicht so in der "Traube" in Remshalden-Grunbach. Die Restaurantfachfrau Sandra Arbogast und der Küchenmeister Gunter Arbogast aus Kork bei Offenburg führen seit dem 1. Januar 1995 die "Weinstube zur Traube", haben im April 1995 geheiratet und den "Trauba", wie man in Grunbach sagt, gastronomisch behutsam und mit viel Geschick weiterentwickelt.
Kennengelernt haben sich die beiden in der Traube-Tonbach, wie Kenner wissen, eine erste Adresse in der Gastronomie. Der Erfolg gibt ihnen recht. Die meisten Stammgäste von Rolf und Erna Hottmann, den Eltern von Sandra, sind geblieben. Neue Gäste haben Lust bekommen, in dieser gemütlichen Wein- und Speisewirtschaft, in diesem Restaurant mit der besonderen Note einzukehren und sich von Gunter Arbogast, dem Küchenchef, und seiner Frau im Service verwöhnen zu lassen.
Und wenn dann noch die blondgelockte Tochter Natalie und ihr Bruder Tim mit Charme und als Alleinunterhalter durchs Lokal wirbeln, weiß auch unsereiner, was man unter einem gastronomischen Familienbetrieb zu verstehen hat.
Familienbetrieb: Die Eltern von Sandra, Rolf und Erna Hottmann, sind immer noch aktiv. Sich ruhig zurücklehnen, geht gar nicht in unserem Betrieb, sagt Sandra Arbogast. Vater Rolf macht nach wie vor seine weitbekannten, original luftgetrockneten Peitschenstecken. "Wenn der einmal nicht mehr wurstet", werden seine Gäste traurig sein, weiß die Tochter.
Schwerpunkte in der "Traube" ist nach wie vor das Schwäbische, aber auch das "Besondere". Zweimal im Jahr wird zu einem Feinschmeckermenü mit sechs Gängen eingeladen. Im Frühjahrsmenü zum Beispiel standen Ruccolasalat in Tomaten-Basilikumvinaigrette mit Kalbsbriespiccata und Artischokenböden, Cappuccino von der Frühlingsmorchel mit gefüllten Morcheln, Zanderfilet im Reisblatt gebraten auf Spargelgemüse, Milchlammrücken auf Rosmarinjus mit Ratatouilleravioli und gebackenen Frühlingskräutern, Käse vom Wagen und Erdbeer-Grießknödel auf Rhabarberkompott und weißem Schokoladeneis auf der Menükarte mit der passenden Weinempfehlung.
Womit wir bei den Weinen wären. Remstalweine sind die Nummer eins auf der Weinkarte in der "Traube", auf welcher kaum eines der renommierten Weingüter im Remstal fehlt. Auch Franzosen, Italiener und Südafrikaner sind auf der Karte bis hin zu einem Chateau Mouton Rothschild - was aufzeigt, dass die "Traube" eine Weinstube mit internationalem Flair ist. Besonders erwähnenswert ist das sehr faire kalkulierte Preis-Leistungs-Verhältnis.
Der Gast ist verwöhnter geworden. Er kennt sich auf dem Teller und im Keller aus. Küchenmeister Gunter Arbogast weiß das und macht sich seinen Reim drauf. Seinen positiven Reim. Ehrgeizig wie er ist, kauft er keine vorgefertigten Produkte. Die Kroketten macht er selbst, die Mayonnaise, alle Nudelgerichte, Sorbet und Kräuterbutter. Beispielhaft aufgezählt. "Bei uns ist kaum etwas zu finden, was man selbst machen könnte und nicht selbst macht", sagt Sandra Arbogast zu diesem Thema, "weil wir das den Gästen schuldig sind".
Saisonale Küche ist für Gunter Arbogast kein Schlagwort, sondern gelebte Verpflichtung. Wenn er zum Beispiel mit dem Rad und dem Hund in den Remstalwäldern unterwegs ist, entgeht im kein Pilz. Deshalb hat's in der "Trauba" im Juni die ersten selbstgesammelten Pfifferlinge gegeben. Er und der Schwiegervater Rolf sind leidenschaftliche Angler. Am Kocher haben die zwei ein eigenes Fischwasser. Überwiegend Bachforellen gehen an die Haken. Was in der Küche aus den Forellen wird, ist eine Spezialität, die man kaum sonstwo findet.
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